Neunzehn Arten Wang Wei zu betrachten

An dieser Stelle möchte ich ein Buch vorstellen, das zu meinen liebsten zählt: „Neunzehn Arten Wang Wei zu betrachten“ von Eliot Weinberger. In diesem Buch werden 19 verschiedene Übersetzungen eines chinesischen Gedichts vorgestellt und in ihren Unterschieden beleuchtet von wortgetreu, sinngemäß bis hin zu sehr freien Übertragungen. Dieses Buch kann man unter vielen verschiedenen Gesichtspunkten lesen, sieben davon findet ihr hier. Ein Buch für alle, denen es Freude bereitet, über Sprache, Bedeutungsnuancen und die Schwierigkeiten von Übersetzung nachzudenken.

Buchempfehlung: Die Räuber vom Liang Schan Moor

Eine fiese Räuberbande im kaiserlichen China, die gegen die institutionalisierte Korruption kämpft – und dabei fette Beute macht. Anders als Robin Hood, behalten sie alles für sich. Und auch sonst sind sie nicht zimperlich, wenn es darum geht, andere zu bestechen oder zu bedrohen. Alles andere als moralisch erhaben – dafür aber ungeheuer spannend und kurzweilig. Geschrieben wurde es im 14. Jahhundert und seitdem mehrmals verboten – wahrscheinlich aus Angst, dass die Räuber Nachahmer:innen finden könnten. Inzwischen zählt es zu den Klassikern der chinesischen Literatur.

Einer der Helden, Sung, kommt aus allen brenzlichen Situationen davon – entweder durch seinen guten Ruf im Busch and am See oder durch einen Batzen Gold. In dieser Szene hat er Freundschaft mit anderen Räubern geschlossen, die sich gelegentlich kannibalisch ernähren. Ein Topos, der überraschend oft und selbstverständlich vorkommt.

Leuten, die Mafia-Krimis oder Game of Thrones mögen, sei dieses Buch wärmstens empfohlen.